Die Geschichte der Obbürger Schule
Obbürgen, das kleine Bergdorf, gelegen in einer Talmulde und überwacht auf einer Seite vom Bürgenstock und auf der andern vom Seewligrat. Vom Westen grüsst uns der Pilatus.

Um das Jahr 1870 wurde im Keller der Kaplanei eine Schule eingerichtet. Der Herr Kaplan gab anfangs etwas Unterricht.
1871 wurde an das Kloster Menzingen das Gesuch um eine Lehrschwester gestellt, was auch bewilligt wurde. Am 16. April 1871 übernahm eine Menzinger-Schwester die Gesamtschule mit 36 Kindern unter primitivsten Verhältnissen. Die Schwester hatte ein kleines Zimmer in der Kaplanei, ein Bett mit Laubsack und Kochgelegenheit.

Die Bettwäsche musste von Menzingen mitgebracht werden. Das Jahresrehalt der Schwester betrug Fr. 340.-. Im Winter musste jedes Kind täglich 3 "Holzscheitli" mitbringen für die Heizung im Keller.
1901 wurde den Kindern am Mittag während des Winters eine Schulsuppe gekocht, um den langen Schulweg am Mittag zu ersparen. Diese Schulsuppe im Winter besteht heute noch.
Da die Umstände im kleinen Kellerlokal unhaltbar wurden, beschloss man
1904 ein Schulhaus zu bauen. Landkauf ab Dönnimatt, 250 Klafter à Fr. 8.--. Jeder Einwohner musste während dem Bau 2 Tage Frohnarbeit leisten oder mit Kuh- oder Pferdegespann nur 1 Tag. Konnte einer diese Frohnarbeit nicht leisten, musste er Fr. 3.- Taglohn bezahlen.
1906 wurde das neue Schulhaus mit einer anständigen Schwesterwohnung eingeweiht. Es war immer noch Gesamtschule.
1909 wurde die Schule geteilt. 3 Klassen übernahm die Schwester und 3 Klassen eine Kandidatin. 6 ½ Jahre Primarschule waren obligatorisch. Wer freiwillig die Sekundarschule besuchen wollte, musste den beschwerlichen Weg über die Eisenstange nach Stans gehen. Verkehrsmittel waren noch nicht vorhanden wie heute.
Da die Schülerzahl stieg, unternahm der Schulrat im Jahre 1956 einen Bittgang nach Menzingen für eine dritte Lehrkraft. Dies wurde auch bewilligt. So wurde die Schule in 3 Stufen aufgeteilt. Es waren über 80 Kinder.
Wegen Platzmangel wurde 1964 beschlossen, ein neues Schulhaus zu bauen. Der Schulhausbau samt Turnhalle ist gut gelungen. Wir Obbürger waren stolz, eine Turnhalle zu besitzen, bevor die Stansstader eine bekamen. Bis dahin waren wir eine eigene Schulgemeinde (mit eigenem Schulpräsidenten). Auch den neuen Schulhausbau haben wir Obbürger noch selbständig übernommen, worüber wir sehr stolz sind.
Die Einweihung des neuen Schulhauses war am 9. Okt. 1966.
Mit der Annahme der neuen Verfassung 1976 kam der Zusammenschluss der Schulen Obbürgen und Kehrsiten zur Schulgemeinde Stansstad. So können unsere Kinder auch die Real- und Sekundarschule in Stansstad besuchen.
Wir hoffen, dass sich die Schule auch in den nächsten 100 Jahren so gut entwickelt, zur Freude und Befriedigung der Kinder, Eltern und Schulbehörde.
ma (Dieser Text stammt von Frau Marie Amstutz-Odermatt; Laden)




